Trauerbegleitung
Trauernde brauchen Solidarität – mehr als tröstende Worte

Das offene Trauercafé „Wege zurück ins Leben“ gibt es bereits seit 10 Jahren bei Lategahn.

Die Universitäts-zertifizierte Trauerbegleiterin und Dipl. Entspannungspädagogin Susanne Lategahn moderiert gemeinsam mit qualifizierten Mitarbeitern diese Nachmittage, an denen JEDER willkommen ist, der einen lieben Menschen verloren hat – sei er nun Kunde des Hauses oder nicht. Der Besuch der Trauercafés in Dortmund-Hörde und Schwerte ist kostenlos und verpflichtet zu nichts.

Hier kann der Trauernde sich öffnen, findet Verständnis und Zuspruch im Austausch mit ebenfalls Betroffenen.

Bereits zum 5. Mal findet darüber hinaus bei Lategahn ein Seminar statt, das sich an Trauernde mit aktuellem Verlust wendet. Mit Hilfe aufeinander aufbauender Themenbereiche gehen die Teilnehmer die ersten schweren Schritte auf dem schweren Weg in ihr verändertes Leben. Der Kostenbeitrag für das gesamte Seminar beläuft sich auf 60 Euro für 6 Termine, Kunden des Hauses Lategahn sind davon befreit. Auch Einzelbegleitungen sind möglich.

Kennst du das auch?
Kennst du das auch, dass manchesmal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehn musst?
Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf,
Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter sind verstiebt wie Rauch,
Du weinst, weinst ohne Halt – Kennst du das auch?

Hermann Hesse


Die Abschiedsfeier ist gewesen, die Rechnung des Bestatters geschrieben,
die Menschen im Umfeld kehren in ihren gewohnten Alltag zurück und der Trauernde steht oftmals alleine da mit der schweren Aufgabe, seinen Platz im Leben neu zu finden, so erinnert die universitäts-zertifizierte Trauerbegleiterin Susanne Lategahn, 62, sich an die Anfänge des Trauercafés an der Hochofenstraße in Dortmund-Hörde.
Von Beginn an war sie sicher: Das Angebot sollte für Trauernde kostenfrei sein und JEDEN Trauernden ansprechen, sei er nun Kunde des Hauses oder nicht.
Zweimal im Monat Mittwochs ab 15.30 Uhr treffen sich seither trauernde Menschen im Café Begegnung des Bestattungshauses, man weint und man lacht miteinander in einer Atmosphäre des Vertrauens und gegenseitigen Verständnisses.
Vorträge werden gehalten, Aktivitäten geplant, Ausflüge gemacht, aber im Zentrum steht immer eines: Das Gespräch, der Austausch miteinander.
Jede Trauersituation ist anders, die Trauer ein Prozess, den jeder auf seine persönliche Weise durchlebt.
Und doch gibt es Parallelen: Gerade erst vom Verlust Betroffene finden Verständnis bei Menschen, die schon ein Stück des Weges gegangen sind. Vielen tut es einfach gut zu hören, dass es anderen ähnlich geht oder ergangen ist, und vor allem auch, dass es weitergeht. Anders als gewünscht, anders als geplant, aber irgendwann wieder mit leiser Freude, erklärt die engagierte Trauerbegleiterin.
Viele Trauernde hat sie begleitet in den vergangenen zehn Jahren, so manches Schicksal hat sie tief berührt mit nach Hause genommen, aber auch erleben dürfen, wie Trauer sich verändert und die schönen Erinnerungen zum treuen Begleiter werden.
Bei all unserem Tun und Handeln geht es immer um eines: Es geht um das LEBEN, so ihr Credo. Zum Leben gehören auch Freude und Vergnügen, und so wird das Jubiläum des Trauercafés gefeiert mit einem humorigen Kabarett der Schwerter Künstlerin Uschi Vielhauer: Lieschen Tiegelkötter lernt Englisch. Gekonnt nimmt Uschi alias Lieschen die vielen Anglizismen unserer Sprache auf die Schippe, doch keine Sorge: Auch ohne Fremdsprachenkenntnisse wird man bestens unterhalten.

Wege zurück ins Leben –
Das Trauercafé auf Tour

Lange geplant, ( vielen Dank für Idee und Vorbereitung, Herr Klug )ist es am Mittwoch, 27. 7. 2016 so weit: 22 erwartungsvolle Damen und Herren treffen sich um 9.30 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof zum alljährlichen Ausflug, der dieses Mal in die Domstadt Köln führt. Das Wetter ist großartig, und das bleibt so den ganzen Tag über: Die Sonne strahlt vom fast wolkenlosen, blauen Himmel bei angenehmen 23 – 25 Grad Temperatur. Nicht ganz so angenehm ist es im total überfüllten Regionalexpress, den wir nun tapfer besteigen: Die Klimaanlage ist ausgefallen, Fenster sind nicht zu öffnen, so dass die Raumtemperatur mindestens gefühlte 50 Grad beträgt, und das bei sehr geringem Anteil an Sauerstoff, so kommt es uns vor. Aber – trotz der widrigen Bedingungen bleiben alle zum Glück fit und munter, während der Schweiß läuft in Strömen, so dass jedes Türöffnen an Haltepunkten als angenehme Abkühlung empfunden wird. Ein großes Lob an dieser Stelle an unsere Mitreisenden: Völlig selbstverständlich werden den Älteren unter uns von jungen Menschen Sitzplätze angeboten, eine junge Dame hält von Dortmund bis Essen den Rollator von Frau Lutz völlig selbstverständlich ” in der Spur ” – wir machen nur positive Erfahrungen während der knapp eineinhalbstündigen Fahrt, wenn man mal von der schier unerträglichen Temperatur absieht. Am Ziel angekommen, führt uns der erste Weg schnurstracks auf die Domplatte, wo ein freundliches Kölner Urgestein gleich mehrere Gruppenfotos von uns schießt. Hier eines davon.

Vom Dom aus geht es mit dem Bimmelbähnchen durch die Altstadt zum Schokoladenmuseum, vorbei an historischen Gebäuden, Kirchen und zahllosen Kneipen und Restaurants. Die ganze Stadt ist fest in der Hand in- und ausländischer Touristen und bietet uns staunenden
Dortmundern ein buntes, lebhaftes, großstädtisches Bild. Bei uns ist ja doch eher Provinz, stellt der eine oder andere fest – aber schön ist es auch in Dortmund und Umgebung, an Emscher und Ruhr. Der Bimmelbahn-Fahrer gibt alles – und vor jeder Kurve kräftig Gas, so dass das gemütliche Bähnchen sich dann recht rasant vorwärts bewegt, zur Freude der juchzenden Fahrgäste. Nach einer knappen halben Stunde erreichen wir den Haltepunkt am Schokoladenmuseum und gehen den kurzen Weg über die Drehbrücke hinunter zum Rhein.

„Piranhas erobern den Rhein!“







Diese Schlagzeile könnte Aufsehen erregen. Tatsächlich ist der Fluss, neben dem Amazonas-Gebiet, der größte natürliche Lebensraum der legendären Raubfische, um die sich viele gruselige Geschichten ranken. Für Menschen besteht jedoch keine Gefahr, beruhigt der Vorsitzende der Duisburger Fischereiverbände, Klaus Radny, in einer Presseinformation. Die gute Nachricht: Die Wasserqualität des Rheins ist so gut wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Außerdem herrscht eine nie dagewesene Artenvielfalt. Vom Piranha über den Kormoran bis zur Schnappschildkröte haben sich Arten angesiedelt, die man eher in fremden Gefilden vermutet. Und auch Forellen und Lachse, diese Fische, die nur in gesunden Gewässern leben können, sind wieder im Rhein zu finden. Ein wenig stutzig macht die Anwesenheit der Piranhas – ob man es noch wagen kann, die Füße im Wasser baumeln zu lassen? Und auch die Schnappschildkröten sollen ja recht ungemütliche Gesellen sein, wie der Name schon vermuten lässt……

Unbehelligt von Piranhas, Schnappschildkröten oder sonstigem Getier warten wir geduldig auf ein Schiff der “Weißen Flotte”, das uns über Rodenkirchen zurück zum Dom bringen soll.



Ein Schiff wird kommen,
und es bringt mir den einen, den ich so lieb’ wie keinen,
und der mich glücklich macht…
Nach mehr lautstarker als melodischer
Darbietung dieses altbekannten Schlagers
kommt prompt unser Schiff in Sicht.


Die Sonne strahlt weiterhin vom Himmel, während wir in ungefähr einstündiger Fahrt zurück zum Zentrum schippern. In der Ferne grüßt der Kölner Dom, am Ufer liegen Menschen in der Sonne, sogar einige Kanufahrer sind unterwegs. Wir genießen die gemächliche “Mini-Schiffsreise” und lassen einfach die Seele baumeln.

Der Kölner Dom ist eine römisch-katholische Kirche in Köln unter dem Patrozinium des Apostels Petrus. Die Kathedrale des Erzbistums Köln war bis Ende 2009 auch Pfarrkirche der Domgemeinde;
Adresse: Domkloster 4, 50667 Köln
Architektonische Höhe: 157 m
Baubeginn: 15. August 1248
Eröffnet: 1322
Baustil: Gotik





Der Weg von der Anlegestelle zurück zum Dom ist ein wenig beschwerlich; viele Baustellen, viel Straßenverkehr, aber wir kommen alle gemeinsam gesund und munter auf der Domplatte an. Wir besichtigen den Dom, dieses beeindruckende Wahrzeichen der Stadt Köln. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zünden eine Kerze an, bevor wir uns im Café Reinhard treffen, das direkt dem Dom gegenüber liegt. Dort stärken wir uns mit Kaffee, Kuchen und kleinen Gerichten, bevor es mit dem diesmal angenehm temperierten Regio-Express zurück nach Dortmund geht.


Schön war’s mit Ihnen!
Ihre Susanne Lategahn