Besuch der Johanniter

Die 20 Teilnehmer, die alle aus dem freiwilligen Rettungs- und Sanitätsdienst kommen und eine innerbetriebliche Schulung über psychosoziale Notfallversorgung bei der Johanniter-Unfall-Hilfe absolvieren, kamen am letzten Tag dieser Schulung in unser Bestattungshaus. Sie wollten wissen, was geschieht, wenn ein Mensch gestorben ist. Wie geht es dann weiter? Ebenfalls ging es darum, Einblicke in den Arbeitsbereich unseres Berufes als Bestatter zu bekommen.

Aufgrund der durchweg positiven Resonanz der Teilnehmer des Kurses vom letzten Jahr, wie uns der Dienststellenleiter Herr Detlef Leibold mitteilte, wollte er den Teilnehmern des diesjährigen Kurses dies ebenfalls vermitteln.

Äußerst pünktlich und gut gelaunt trafen alle Teilnehmer mit ihrem sehr sympathischen Kursleiter Herr Leibold bei uns ein und wurden von Julia Wojnar und mir, Dagmar Plötzner (Büroleitung Hörde) in unserem Cafe „Begegnung“ mit Kaffee, Keksen, Süßigkeiten und Kaltgetränken im Namen von Susanne und Bernd Lategahn begrüßt.
Die Teilnehmer waren altersmäßig ziemlich bunt gemischt, und auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass sie mindestens 18 Jahre alt sein müssten, um dieses Seminar mitmachen zu können.

Wir hatten uns vorgenommen, dass die Teilnehmer den Gang des Verstorbenen im wörtlichen Sinne bei uns erfahren sollten. Da wir aber zur selben Zeit eine Überführung eines Verstorbenen aus dem Haus erledigen mussten, konnte unser Kollege Jan Poschmann (Bestattungsfachkraft und in Ausbildung zum Thanatolopraktiker) nicht sofort bei der Führung dabei sein, so dass wir kurzfristig überlegten, den Teilnehmern den Gang der Hinterbliebenen bzw. der Angehörigen, die die Aufgabe der Regelung der Bestattung haben, nahe zu bringen.

Also, alle Teilnehmer wieder nach draußen und wir begrüßten sie dann noch einmal in unserem Beratungsraum und stellten uns all den wirklich zahlreichen Fragen.
Es wurde gefragt welche Arten der Bestattung es gibt, Friedhöfe, Fragen zu Gräbern, Nachkäufen, Kosten, die Möglichkeiten der Vorsogeverfügungen und auch Fragen, wie wir persönlich mit den immer anderen Situationen und Menschen umgehen.

Dann ging es weiter in unsere Ausstellung, wo sich die Teilnehmer alle unsere Särge und Urnen anschauen konnten. Auch hier wurde wieder viel gefragt und diskutiert. Es wurde auch erzählt von ihren eigenen Erfahrungen mit Tod, Trauer und Bestattungen in ihrem Familien- und Freundeskreis.
Jan Poschmann war dann auch wieder zurück, gesellte sich zu uns und wir konnten den Teilnehmern nun den anderen Gang, den der Verstorbenen, zeigen.

Den ersten Halt machten wir in unserem Versorgungsraum. Das ist der Raum, in dem die Verstorbenen hygienisch „versorgt“, d.h. gewaschen, angekleidet und wenn gewünscht, zur Abschiednahme hergerichtet und in den von der Familie ausgesuchten Sarg eingebettet werden. Die Teilnehmer stellten fest, dass dieser Raum aussieht wie ein Operationsraum. Er ist gefliest und in der Mitte dieses Raumes befindet sich der Versorgungstisch, auf dem die Verstorbenen versorgt werden. Auch da wurden wieder viele Fragen gestellt. Ganz besonders interessierte die Teilnehmer, was wir den Angehörigen sagen, wenn diese noch einmal z.B. von einem Unfallopfer, wo der Anblick nicht mehr so schön sein könnte, Abschied nehmen wollen. Jan Poschmann sagte, dass es immer ganz wichtig ist, dass man diese Abschiednahme noch möglich macht, auch wenn es unmöglich scheint, denn es geht wirklich darum, es zu „begreifen“.
Danach schauten sich alle unser Lager und die beiden verschiedenen Kühlungen an, in denen die Verstorbenen aufbewahrt werden. Auch der Anschlagraum, dort werden die Särge mit den Griffen versehen und ausgestattet, wurde besichtigt.
In unserer eigenen Trauerhalle haben wir den Teilnehmern die Möglichkeit der Abschiedfeier bei uns und auf den Friedhöfen beziehungsweise im Kolumbarium erklärt.
Unsere Besichtigung endete nach etwas mehr als 2 Stunden, als wir uns alle noch einmal im Cafe „Begegnung“ auf ein „Käffchen“ zusammensetzten und noch viele nette Gespräche geführt haben. Auch wir hatten an die Teilnehmer viele Fragen.

Herr Leibolt bedankte sich im Namen seiner Truppe für die freundliche Aufnahme und Führung und wir Kollegen aus dem Team Lategahn stellten dann wieder einmal fest: Wir haben doch wirklich den richtigen Beruf für uns gefunden!!! Nach so vielen intensiven Gesprächen wird einem dies wieder mal bewusst.

Dagmar Plötzner

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